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1. Tag von Veranopolis nach Bento Goncalves

Über Sao Paulo und Porto Alegre erfolgt unsere Anreise zurück in den Frühling zu unserem auf über 700 m über NN gelegenen Startpunkt Veranopolis im südbrasilianischen Bergland, das 1884 von Italienern gegründet wurde. Pünktlich um 8.30 Uhr starten wir zur ersten Etappe. Entlang herrlicher Hügellandschaften mit waldreichen Steilhängen führt uns unser Magellan GPS durch von Viehzucht und Weinanbau geprägte Landschaften.. Wir fühlen uns wie Robinson Crusoe in eine neue Welt verschlagen, denn die exotischen Vogelstimmen, Urwaldpflanzen wie Lianen und Bambus, und auch Kakteen begleiten uns den ganzen Tag. Alligatorgroße Echsen kreuzen unsere Wege, aber auch tote Vogelspinnen kommen unter unsere Räder. 35C und die aufgrund der Nähe zum Äquator minimale Schattenbildung setzen uns gerade in extremen Anstiegen der, für uns ungewohnt starken Sonne aus. Aber wir werden hinab zum Rio das Antas mit einer extrem schnellen Abfahrt (max. 72 km/h) belohnt und auf den Scheiben unserer Bremsen kann man anschließend Eier backen, wie Jörg schmerzlich feststellt. Er verbrennt sich die Finger. Nach kurzer Pause nahe dem Kraftwerk folgt die Quittung mit einem 20% igen Anstieg. Besonders Arne Pollmann mit seiner Kamera muss hier alles geben. Weiter geht's in diesem Abschnitt, wo die Bevölkerung neben portugiesisch teilweise noch italienisch spricht und das ist für uns auch die einzige Möglichkeit der Verständigung. Aber gerade das haben wir uns vorgenommen: im spontanen Dialog mehr über Land, Leute und Geschichte zu er"fahren". Schnell kommen wir ins Gespräch und vom Spießbraten bis zur Bankenkrise tauschen wir unsere Ansichten aus. Außergewöhnliche Freundlichkeit, großes Interesse an uns und unserem Vorhaben und Gastfreundschaft werden uns durch unsere gesamte Reise durch das lebende Museum deutscher Auswanderungsgeschichte begleiten. . Weiter geht es nach Tuiuti, unserem ursprünglichen Tagesziel, wo sich das Weingut Salton und die beste Schnapsbrennerei Brasiliens "Casa Buco" befinden. Hier verlassen wir das Paradies und müssen auf einer Schnellstraße den Weg nach Bento Goncalves (hier ist die erste noch sichtbare Verbindung zu unserer Hauptperson in Form des Farrapenkriegsdenkmales zu finden) fortsetzen. Wir wurden von Norberto Krug (unser brasilianischer Reiseführer im Hintergrund mit hessischer Abstammung) zwar schon vor der Rücksichtslosigkeit der Lkw- Fahrer auf brasilianischen Straßen gewarnt und einige von uns haben in der 16- jährigen Bike-Vergangenheit schon manches erlebt, aber das, was uns dann erwartet, bedeutet einfach akute Lebensgefahr. Fehlende Randstreifen, geschweige denn Radwege, zwingen uns, die Straße mit den PS- starken Trucks zu teilen. Trotz Blickkontakt mit dem Fahrer hält dieser genau auf uns zu. Wären wir nicht ausgewichen, gäbe es diese Zeilen nicht. Schon bei unserer Stadtrundfahrt in der 18 Mio. Einwohner und 5 Mio. Autos zählenden Stadt Sao Paulo sagte uns Birgit Fouquet, die Mitarbeiterin des Martius Staden Institutes ist, dass die Lebenserwartung eines Motorradfahrers etwa 5 Jahre betrage, Radfahrer sind schon gar nicht mehr zu sehen. Ein radsportbegeisterter Autofahrer bietet sich uns als Eskorte an und führt uns gegen 20 Uhr zum Hotel, wo uns Preis, Leistung und Service wieder zufriedenstellen.

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